Historischer Abriss
Wohnhaus mit Nebengebäude und Bäckerei/Konditorei.
Seit dem 18. Jh. ist an dieser Stelle eine Bäckerei nachweisbar. 1886 wird das Grundstück mit Gebäuden vom örtlichen Bäckermeister Ernst Diedloff erworben. Der Betrieb wird später durch seinen Schwiegersohn Jacob Leucker fortgeführt, der die Werderaner Höhengaststätten mit Torten und Kuchen belieferte. 1925 Konditor Emil Leucker. Nutzung als Bäckerei und Konditorei der Familie Leucker bzw. Drews bis 1982. Ab 1990 Café und Lebensmittelladen. Die Bäckerei/Konditorei wird geschlossen.
A. Backstube
- Dampfbackofen, Firma Mairich AG, Berlin als Hauptmerkmal
- Gärschrank
- Transmission mit E-Motor als Antriebsanlage für verschiedene Maschinen
- Wandsticken als Regale für Brotbretter oder Bleche
- Knetmaschine mit Hub-Stoßarm und 2 Kesseln mit Abdeckung, Hallesche Bäckereimaschinen Fabrik
- Standmühle mit Kegelmahlwerk (Eigenbau?),
Tischmühle, Kötz & Co, Audenhain mit wandfestem Arbeitstisch
- Manuelle Teigteilmaschine, F. Herbst, Halle,
- eine elektrische halbautomatische Brötchenpresse mit 3 Teigtellern, VEB Hallesche Bäckereimaschinen- und Ofenfabrik, Halle/S,
- drei Teigwannen mit Abdeckung aus Stahl mit Standfüssen, eine Teig/Mehlkiste aus Holz auf Holzböcken,
- manuelle Spekulatiusmaschine, Reiner Fischer (Rhenania), Köln mit Abdeckung und Seitenwangen,
- Dezimalwaage,
- Tischwaage,
- diverse Transmissionsbänder (Leder/Textil),
- Teigbesen, Bäckerschaufel, Aschekratzen, Schieber und Haken und Schaufel für die Feuerung des Ofens,
- sowie kleine Kästen und Kisten zur Teigaufbewahrung, Mehl-Handschaufel etc.
B. Konditorei
- Transmissionsanlage mit E-Motor
- doppelte Anschlagmaschine, Werner & Pfleiderer, Cannstatt
- Eismaschine, FRIKO (angetrieben über die Transmissonsanlage der Backstube
- Regale über der Arbeitsplatte
- Wandsticke für Tortenringe unterhalb des E-Motors
- Regalbretter bei der Anschlagmaschine
- Arbeitsplatte mit Schubfach und Regal-Unterbau zur Aufbewahrung von Utensilien für den Konditoreibedarf (Spritztüten, Spritzbeuteladapter, Schneebesen, Teigmesser, Tischbesen, Tortenschneider, Mehlschaufeln, Messbecher, Bäckerrollhölzer, Ausstecher, Rührspatel, Schaber, Winkelpaletten, Teigabstecher, Kleingebäckformen, etc.)
- kleiner Arbeitstisch-Schrank mit Konditorei-Utensilien
- Fruchtpresse (D.R:G.M.), Grillrost
- Kiste mit Knöpfen (Holzhalbkugeln) und Trichter für Schoko- oder Baiser-Schalen
- Tortenböden, Kuchenformen und Kuchenbleche, Tortenringe, etc.
C. Mehlboden
Raum, der zur Lagerung von Mehlsäcken und anderen Rohprodukten der Bäckerei diente und über eine Ladegaube mit Hebezeug vom Hof aus beschickt werden konnte. Aufgrund der Lage unter dem Dach mit eingestelltem Stuhl mit Abbundzeichen (Dach von 1912), führte eine defekte Kehle zwischen dem Pultdach von 1912 und dem asymetrischen Satteldach der Erweiterung von 1924 zu erhebliche Feuchtigkeitsschäden.
Die technisch/maschinelle Ausstattung besteht aus einem Hebezeug mit E-Motor und Laufkatze, SBS, Dresden von 1960, einer manuellen Seilwinde aus dem Altbestand und einer manuellen Sackentstäube-Maschine um 1900.